Vom Tennis-Ass zum Basketball-Profi

Ein Tennisball fliegt über den roten Sandplatz. Auf der einen Seite steht Mateo Seric, auf der anderen sein älterer Bruder Blaz. Die beiden geben Vollgas auf dem Feld, zeigen ihr ganzes Können und schenken sich gegenseitig nichts. Anschließend verlassen sie völlig ausgepowert, aber glücklich und lachend den Platz. „Durch meinen Bruder bin ich mit fünf Jahren zum Tennis gekommen und habe meine Leidenschaft dafür entdeckt. Ich hatte viel Spaß daran und war auf deutscher und internationaler Ebene erfolgreich. Meine beiden größten Highlights? Der Gewinn der württembergischen und baden-württembergischen Meisterschaft“, erinnert er sich. Mateo entstammt einer Sportlerfamilie – mit zwei Volleyballern und einem Tennis-Ass. „Ich habe viel von meiner Familie in Bezug auf den Sport und das Leben gelernt. Ich kann sie jederzeit um Rat fragen. Wir besprechen gemeinsam meine nächsten Schritte, aber die finale Entscheidung treffe ich dann alleine“, berichtet er dankbar.

So ist es auch kein Wunder, dass Mateo über die Jahre hinweg seinen Schläger und den kleinen gelben Ball gegen einen großen braunen Ball eintauschte. „Ich fühlte mich nicht mehr so wohl im Einzelsport. Zudem war ich für mein Alter schon recht groß. Bei einem Arzt habe ich dann meine endgültige Körpergröße ausmessen lassen. Mit 2,08 m ist man nicht geschaffen für den Tennissport. Somit habe ich nach Alternativen gesucht und bin beim Basketball gelandet“, erzählt er rückblickend. Seine Suche führte den damals 15-Jährigen nach Ludwigsburg zur Porsche BBA. Dort wollte er sich vom besten Trainer im Umkreis testen lassen. Der damalige JBBL-Trainer Cäsar Kiersz war von Mateos Talent und Potenzial überzeugt und hatte keinerlei Bedenken bei einem späten Sportartwechsel. So entschied sich der Nachwuchsspieler für Basketball und hängte den Tennisschläger an den Nagel.

Von Anfang an wurde Mateo bei der Porsche BBA sehr gefördert. Drei Monate nach seinem Einstieg absolvierte er sein erstes Spiel im JBBL-Team. Beim zweiten stand er bereits in der Startaufstellung. „Ich hatte nicht damit gerechnet, so früh zum Einsatz zu kommen und zur Starting Five zu zählen“, erinnert er sich. Begonnen hat er auf der Position des Centers, doch nach und nach entwickelte sich das Nachwuchstalent mehr zu einem Power Forward – eine sehr vielfältige Position. Neben den Grundvoraussetzungen Dribbeln, Passen und Werfen muss er viele schnelle Entscheidungen auf dem Feld treffen sowie einen Angriff einleiten oder die Verteidigung übernehmen. Am Basketball reizen den Abiturienten vor allem das Zusammenspiel mit seinen Teamkollegen und die Emotionen. „Beim Basketball ist die Atmosphäre in der Halle entscheidend. Je mehr Zuschauer vor Ort sind, desto besser ist die Stimmung. Egal ob man angefeuert oder ausgebuht wird, daraus zieht man seine Motivation im Spiel“, sagt er begeistert. Mateo versucht, seine Gegenspieler immer zu fordern und sucht den Wettbewerb, denn schließlich möchte er alle besiegen. „Am besten zeigt man es seinem gegenüber auf dem Feld oder aber man muss in der Lage sein, den Hut vor dessen Leistung zu ziehen“, gesteht er dennoch ein.

Mit seiner Mannschaft durfte das Nachwuchstalent sich auch auf der internationalen Bühne beim Adidas Next Generation Tournament im Februar in Belgrad messen. „Ein Sieg gegen internationale Top-Teams fühlt sich anders an. Die Gegner spielen härter als in der deutschen Liga“, berichtet er. Das Resultat kann sich definitiv sehen lassen: ein erfolgreicher dritter Platz. Aber Mateo kennt auch die andere Seite – zum Beispiel das Aus in den Playoffs gegen das NBBL-Team des FC Bayern München im Rückspiel in Ludwigsburg. Dennoch sieht er in einem Rückschlag das Positive. „Das Schöne am Mannschaftssport ist, dass man gemeinsam gewinnt und verliert. Aus so einem Tiefschlag zieht man neue Motivation und lernt aus Fehlern“, sagt er überzeugt.

Sein Ziel, vor Tausenden Zuschauern in einer Arena zu spielen, wird nun für ihn Wirklichkeit, denn Mateo hat einen Vertrag bei den MHP RIESEN erhalten. Bereits gegen Ende der letzten Saison wurde er für Kurzeinsätze in den Profikader berufen. „Mein erstes Spiel absolvierte ich gegen ALBA Berlin im BBL-Pokal. Die Atmosphäre war sehr beeindruckend. Ich wurde sehr gut im Team aufgenommen und alle haben mich von Anfang an akzeptiert sowie unterstützt. Wenn ich einen Spielzug nicht verstanden habe, wurde mir sofort geholfen“, berichtet er dankbar. Für seine herausragende Leistung wurde Mateo im Mai bei der Porsche Nacht der Talente mit dem Award für die „Beste sportliche Entwicklung“ ausgezeichnet. „Der Turbo2017 ist für mich die Kirsche auf der Sahnetorte und der perfekte Saisonabschluss“, sagt er glücklich.

Eins wird Mateo in seiner Saison bei den MHP RIESEN definitiv beibehalten – seine Rituale vor dem Spiel. Er betritt immer mit demselben Fuß die Halle, hat einen bestimmten Sitzplatz auf der Bank und auch der Ablauf beim Anziehen seines Trikots, seiner Socken, Bandagen und Schuhe ist immer derselbe. „Ich fühle mich einfach wohler mit meinem bestimmten Rhythmus. Bis maximal drei Stunden vor dem Spiel esse ich meistens Nudeln oder Reis mit Geflügel. Je nachdem was meine Mutter kocht“, lacht er. Als nächstes steht für ihn die Vorbereitung mit seinen neuen Mannschaftskollegen auf seine erste Profisaison an: „Ich möchte von Anfang bis Ende alles geben, um im Team richtig anzukommen und meinen Platz zu finden. Sollten dann in der Saison ein paar Spielminuten herausspringen, freue ich mich natürlich riesig.“ Wenn es so für Mateo weitergeht, wird sein großer Traum, eines Tages mit seinem Vorbild Jimmy Butler in einer Mannschaft zu spielen, hoffentlich in Erfüllung gehen.

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