Traumkarriere: Profi beim Chicago Fire SC oder Lehrer

Max steht in der Sporthalle und erinnert sich zurück. Sein Vater erzählt ihm oft, wie er früher mit Max auf den Schultern auf der Wiese Fußball spielte. Max machte das immer sehr viel Spaß, er lachte, während er von oben zuschaute, wie sein Vater dribbelnd umherlief und den Ball voranbrachte, ihn lenkte. Selbst kann sich Max kaum noch erinnern, wahrscheinlich war er noch zu klein. Der Gedanke daran gefällt ihm trotzdem – die Geschichte ist wie ein unsichtbares Band zwischen ihm und seinem Vater. Bis heute. Unter anderem ist es der Grund, warum er hier in der Schule ist. Ein Kind tippt Max an. „Spielst du wieder mit?“, fragt es. Max lächelt und schaut auf seine Uhr – noch eine Dreiviertelstunde. „Klar!“, sagt er. Gemeinsam rennen sie zurück auf das Spielfeld, wo die Schüler bereits fleißig Balltricks und Elfmeter üben.

Max Ludwig, Nachwuchstalent im Mittelfeld bei der U19 der Stuttgarter Kickers, ist bekannt für seine soziale Ader und sein Engagement. Jeden Tag in der Mittagspause geht Max in die Schule, um gemeinsam mit den Kindern Sport zu machen. Er spielt mit den 11- bis 14-Jährigen nicht nur Fußball, sondern auch jede andere Sportart, die sie sich wünschen, wie zum Beispiel Basketball und Football. Immer mittwochs bietet er außerdem Sport-AGs für die Schüler an. Der Nachwuchsfußballer selbst hat sein Abitur bereits vergangenes Jahr gemacht und betreut die Kinder in der Schule seitdem auf ehrenamtlicher Basis. Doch nicht erst seit Abschluss seiner Schulausbildung ist Max so engagiert: Bereits seit einigen Jahren arbeitet er als Jugendleiter jedes Jahr im Sommer zwei Wochen lang in einem Waldheim in Stuttgart-Feuerbach. „Ich war früher selbst im Waldheim und im Fußballtraining, wo die Älteren uns betreut und trainiert haben. Dass ich selbst dabei immer so viel Spaß hatte, motiviert mich, jetzt auch etwas an die nachkommende Generation weiterzugeben“, erinnert Max sich zurück. Seine umfangreichen ehrenamtlichen Aktivitäten wurden nun belohnt: Bei der Porsche Nacht der Talente in diesem Jahr bekam er den Turbo2017 in der Kategorie „Außergewöhnliches soziales Engagement“ verliehen.

Sein Spaß an der sportlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist für Max längst nicht mehr nur ein Hobby. Seit er die Schule beendet hat, ist sein Engagement neben dem Fußball für ihn zur Lebensaufgabe geworden. Das Nachwuchstalent hat zwar viel Spaß auf dem Spielfeld und ist im Fußball erfolgreich, dennoch steht für ihn fest: Er möchte Lehrer werden. Die Verbindung von Pädagogik und Sport ist es, die Max Spaß macht und zu ihm passt. Geprägt haben ihn dabei nicht nur seine eigenen Erfahrungen, sondern auch die Einstellung und Leidenschaft seiner Eltern: „Mein Vorbild im sozialen Bereich ist vor allem meine Mutter, weil sie sehr sozial engagiert ist und mir das vorgelebt hat“. Seine Vorliebe und Expertise für den Sport teilt Max in erster Linie mit seinem Vater. Trotz knappem Zeitplan steht die Familie für Max an erster Stelle. Bald wird er sich allerdings erst einmal von ihr verabschieden müssen, denn sein Plan ist es, in den USA ein Lehramtsstudium zu beginnen. Auf einer Universität im Bundesstaat Wisconsin will er sich seinen Wunschfächern Sport, Englisch und Biologie widmen.

Und was wird dann aus dem Fußball? Was bis hierhin noch nicht zur Sprache kam: Eine Fußballerkarriere ist für Max trotz seines Wunsches, Lehrer zu werden, nicht aus dem Rennen. Im Gegenteil: Fußball ist ein bedeutender Teil seines Lebens. Bevor er in der U12 zu den Kickers kam, spielte Max in seiner Heimatstadt Feuerbach im Verein. „Nachdem die Mannschaft sich aufgelöst hat, wollte ich den nächsten Schritt in Richtung Leistung gehen“, erzählt er von seinem Wechsel. Zwar hat er als Kind auch andere Sportarten wie Handball und Judo ausprobiert, der Fußball stand für ihn aber immer an erster Stelle. Bis zur U17 liebte Max es, als Stürmer Tore zu schießen. Seit er allerdings in einem Freundschaftsspiel einmal testweise für links außen eingewechselt wurde, hat sich das geändert. Denn das Spiel im Mittelfeld hat so gut geklappt, dass er die Position schließlich auf Dauer wechselte. Das hat Max nie bereut: „Das Gute als Mittelfeldspieler ist, dass man das ganze Spielfeld im Blick hat. Man kann nicht nur Tore abräumen, sondern bekommt den Ball im Zentrum und kann dann entweder seine Mitspieler in Szene setzen oder selbst das Tor machen“, schwärmt er. Auch in den USA will er nicht mit dem Fußballspielen aufhören, im Gegenteil. Der Fußball ist sogar einer der Gründe, warum Max die Staaten für sein Studium ausgewählt hat. Sein Traum ist es, in der Major League Soccer (MLS), der amerikanischen Bundesliga zu spielen. „Am liebsten an der Seite von Bastian Schweinsteiger beim Chicago Fire SC“, sagt er und lacht.

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