Jetzt heißt es erst mal: Abi rocken!

Konzentriert sitzt Eyke Prahst am Abend über seine Notizen gebeugt – die Vorbereitungen für das schriftliche Abitur stehen an. Sein Fokus liegt ganz klar auf seinem Profilfach: Mechatronik. Die Aufgaben rund um das Thema Metalltechnik liegen ihm sehr, denn hier wird neben den theoretischen Grundlagen auch allerhand Praktisches vermittelt. Die Antworten gehen ihm wie auch bei Mathe leicht von der Hand – ganz im Gegensatz zu den Gedichtinterpretationen in Deutsch oder den eher trockenen Inhalten im Bereich Elektrotechnik. Doch sein wirkliches Talent kann der 2,08 m große Abiturient am besten im Sportunterricht unter Beweis stellen, denn im Basketball macht ihm keiner was vor.

Wenn man Eyke mit einem Wort beschreiben müsste? Zielstrebig! Denn der 19-Jährige hat in seinem Leben schon viel erreicht. Im Juni 2016 wurde sein größter Traum wahr: Er bekam einen Dreijahresvertrag bei den Profis der MHP RIESEN. Bis dahin war es ein langer Weg – gerade auch, weil er Schule und Sport unter einen Hut bekommen wollte. Schon in der NBBL stach das Nachwuchstalent aufgrund seiner Leistungen hervor, sodass er im Zuge der Porsche Nacht der Talente mit dem „Turbo 2016“ in der Kategorie „Beste sportliche Entwicklung“ ausgezeichnet wurde. „Es war für mich eine große Ehre, diesen Award zu erhalten, denn er ist ein klares Statement in Bezug auf meine sportliche und persönliche Entwicklung“, beschreibt Eyke diesen Moment. Kaum wurde sein Potenzial erkannt, arbeitete er gemeinsam mit seinem damaligen Headcoach Ervin Dragsic durch spezielle Trainingseinheiten gezielt darauf hin, am Ende seiner Jugendspielzeit in den Kader der Profis aufzusteigen.

Im Zuge der Vorbereitung auf die neue Saison durfte Eyke im vergangenen Sommer zweimal täglich mit den erfahrenen Profis trainieren. Das bedeutete für den Jüngsten im Team eine große Umstellung: „Insbesondere die Art des Trainings war für mich neu. Die Einheiten sind nicht ganz so lang im Vergleich zu denen im NBBL-Team, dafür aber deutlich intensiver, und sie erfordern maximale Konzentration. Ich habe in dieser Zeit viel gelernt – vor allem auch, mich durchzuboxen.“ In Ergänzung dazu nimmt er im Regionalligateam der BSG Ludwigsburg eine Führungsrolle ein, denn hier ist er der der einzige Nicht-NBBL-Spieler im Kader. „Mir macht es Spaß, eine so bedeutende Funktion zu übernehmen und meinen Mitspielern als Motivator und mit Tipps zur Seite zu stehen“, erklärt Eyke. Mit seinen Teamkollegen versteht er sich sehr gut, sie sind eine coole Truppe. Seine besten Freunde stammen jedoch nicht aus seinem Team. Mit ihnen ist er aufgewachsen oder besuchte dieselbe Schule. Ob er mit ihnen bei seinem straffen Tagesablauf noch häufig Kontakt hat? Er schmunzelt: „Das Smartphone macht’s möglich. Und ab und an kommen sie auch mal bei einem unserer Spiele vorbei und feuern mich an!“

Schule und Basketball nehmen fast 100 Prozent seiner Zeit in Anspruch: „Morgens und nachmittags bin ich in der Schule, in der Mittagspause steht die erste Trainingseinheit an. Nach der Mittagsschule geht es zum Fitnesstraining, zur Videoanalyse und zum Mannschaftstraining.“ Somit bleibt ihm nicht mehr viel Freizeit, weshalb Eyke beispielsweise das Gitarrespielen an den Nagel gehängt hat, und die wenigen freien Minuten zum Relaxen nutzt. Dass er trotz des straffen Programms gute Leistungen in der Schule erbringt, liegt neben seinem Ehrgeiz und einem guten Zeitmanagement auch an der starken Nachwuchsförderung durch die Porsche Basketball-Akademie. Eyke besucht mit der Carl-Schäfer-Schule eine Partnerschule der Porsche BBA und war drei Jahre im Sportinternat untergebracht. Außerdem ist es ihm in lernintensiven Phasen auch mal erlaubt, ein Fitnesstraining ausfallen zu lassen und nur zum Mannschaftstraining zu kommen. „Schule hat die höchste Priorität – nicht nur für mich, sondern auch für meine Trainer“, erläutert er. Durch das Förderprogramm ist Eyke Prahst auch schnell selbstständig geworden, seit einigen Monaten wohnt er sogar in einer Spieler-WG. „Wäsche waschen ist für mich zum Beispiel kein Problem. Aber was das Kochen betrifft, wäre es glaube ich ganz gut, wenn ich bald mal einen Kochkurs besuche“, lacht er.

Dafür wird er nach seinem Abitur leider mehr Zeit haben, als ihm vermutlich lieb ist, denn in den nächsten Monaten ist Eyke aufgrund eines Kreuzbandrisses am rechten Knie außer Gefecht gesetzt. Die Operation Anfang Dezember ist gut verlaufen – nun heißt es: Regeneration, Muskeln aufbauen und pflichtbewusst das Reha-Programm durchlaufen. „Natürlich bin ich ziemlich niedergeschlagen, dass ich für eine lange Zeit gar nicht mehr trainieren kann – Basketball ist immerhin ein sehr großer Teil meines Lebens. Doch mein Ziel ist es, aus sportlicher Sicht nach meiner Reha so gut wie möglich zurückzukommen. Und bis dahin heißt es erstmal: Abi rocken“, blickt Eyke in die Zukunft.

Die Daumen sind gedrückt, dass er sich sportlich wieder zu seiner alten Form zurückkämpft und eine Zukunft als Profibasketballer anstreben kann. Seinen Vorbildern aus der NBA schon immer nachstrebend, die er vor allem für ihre Konstanz und ihren unbändigen Willen, hochgesteckte Ziele zu erreichen, bewundert, wird er hoffentlich auch in diesem Kampf punkten!

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