Der trällernde Straßenkicker

Christian Knecht und sein Team sind in der Kabine. Das Spiel der U19-Mannschaft von SG Sonnenhof Großaspach ist bereits vorbei. Ganz einfach war es für die jungen Fußballer nicht, trotzdem haben sie gewonnen und sind deshalb guter Laune. Der Trainer hat noch eine kurze Ansprache zum Match gehalten. Im Großen und Ganzen ist er mit seiner Mannschaft zufrieden, allerdings hatte er noch ein paar wenige Kritikpunkte, die er mit dem Team besprechen musste. Jetzt geht es los mit der Siegesfeier. Alle sitzen zusammen, trinken, essen und unterhalten sich gut gelaunt. Ganz vollständig sind sie allerdings nicht, denn einer duscht bereits. Einen kurzen Moment ist es still und man hört, wie Christian unter der Dusche Fangesänge aus dem Stadion trällert. Nicht nur seine Mannschaftskameraden brechen in Lachen aus, auch der Trainer muss schmunzeln. Von „CK“, dem Spaßvogel der Mannschaft, sind sie das gewohnt.

Aufgrund seiner lockeren, witzigen Art ist Christian für seine Kameraden ein wichtiges Teammitglied, das es immer wieder schafft, viele ernste Situationen aufzulockern. Auch wenn er nicht singen kann – seine Fußballkarriere läuft gut. So gut, dass er vergangene Saison sogar die Profis beim Testspiel gegen die TSG Hoffenheim unterstützen durfte. Dies war Grund genug, den Mittelfeldspieler für seine guten sportlichen Leistungen bei der Porsche Nacht der Talente mit dem „Turbo2016“ auszuzeichnen.

Doch so gut wie heute lief es nicht immer. Angefangen mit dem Kicken hat Christian als Kind beim VfB Stuttgart. Seine sportlichen Leistungen waren immer gut, allerdings hatte er durch seine geringe Größe Nachteile gegenüber seinen Mitspielern und Gegnern. Auch nach seinem Wechsel zu den Stuttgarter Kickers blieb dieses Problem bestehen: Sein Körper wollte einfach nicht wachsen. Gestresst von vielen Vereins- und Schulwechseln beschloss Christian schließlich, es langsamer angehen zu lassen. In der Kinder-Fußball-Akademie Waiblingen blieb er seiner Leidenschaft treu. Von der Profikarriere träumte er weiter. „Als der Anruf von Großaspach kam, dass sie mich zu sich holen wollen, war ich stolz. Ich wollte schon immer Fußballer werden und habe dann die große Chance gesehen und sie genutzt“, erzählt „CK“.

Sein unermüdlicher und großer Ehrgeiz – der hat Christian so weit gebracht. Sich selbst beschreibt er als den „nicht beliebtesten Gegenspieler“. Zwar ist er ein Teamplayer, gegenüber den Gegnern gibt er sich im Spiel aber oft auch aggressiv. Niederlagen beschäftigen ihn lange und intensiv, er möchte es dann unbedingt besser machen. „Man muss halt gewinnen, dann passiert sowas nicht“, erklärt er.

Nebenher hat Christian gerade sein Abitur gemacht. Sein Faible für Fußball überträgt er auch auf die Schule, denn er hat sein Abi unter anderem im Fach Sport gemacht. Und das, obwohl er sich eigentlich noch nicht ganz von seiner Verletzung erholt hatte. Das ist ebenfalls typisch für Christian: „Ich kann es immer kaum erwarten, bis ich wieder Fußball spielen kann, ich brauche ihn einfach.“

Und wenn er gerade mal nicht spielt, dann schaut er eben Fußball. Oft trifft er sich mit Freunden in einem Café oder sie gehen ins Freibad. „Schwimmen kann ich aber gar nicht“, gibt das Fußballtalent zu. Viel Freizeit hat er neben Schule und Fußball jedoch nicht. Direkt nach dem Abi ist natürlich Feiern angesagt und möglichweise fährt er mit Freunden für ein paar Tage an den Bodensee. Anfang Juli beginnt aber schon wieder die Vorbereitung auf die nächste Saison und da muss Christian fit sein. Er wechselt dann nach Ludwigsburg, darf aber zweimal die Woche in Großaspach bei der ersten Mannschaft mittrainieren.

Trainieren bei zwei verschiedenen Mannschaften und dann auch noch die Ausbildung zum Bankkaufmann, die er im nächsten Jahr beginnt – das ist ein ganz schön straffer Zeitplan. Christian ist froh, dass er mit der Ausbildung in ein paar Jahren eine Absicherung hat, falls das mit der Fußballkarriere nichts wird. Sein oberstes Ziel ist es aber, als Fußballprofi bei Großaspach spielen zu dürfen.

Und bis dahin? Wie arbeitet man auf ein solches Ziel hin? Christians Geheimwaffe ist ganz klar der Spaß. Einfach Fußball spielen, auch außerhalb des Trainings, das ist sein Tipp. Das macht er auch sehr viel. „Ich bin eh mehr so der Straßenkicker“, beschreibt er sich selbst.

 

 

Das war die Porsche Nacht der Talente

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