Der Quarterback auf dem Eis

Im Wohnzimmer der Familie Held ist ein kleines Tor aufgebaut. Der zweijährige Sohn der Familie steht mit einem Hockeyschläger in der Hand bereit und wartet, bis sein Vater ihm den Ball an der richtigen Stelle platziert. Dann läuft er an und zieht ab. Der Ball fliegt durch das Wohnzimmer und landet im Netz – ein Volltreffer. Ein Jahr später steht der Kleine zum ersten Mal mit Schlittschuhen auf dem Eis. Dieses Mal legt ihm sein Vater den Puck zum Schuss bereit. Wieder zieht er ab. Die schwarze Scheibe schlittert über das Eis und landet im Netz. Vater und Sohn reißen beide die Arme in die Höhe und strahlen sich an. So begann die Eishockeylaufbahn von Justin Held. Sein Talent wurde dem Nachwuchsspieler der U19-Mannschaft der Bietigheim Steelers in die Wiege gelegt, denn sein Vater war selbst Eishockeyprofi. „Mein Vater ist mein absolutes Vorbild. Er hat mir alles über die Sportart beigebracht. Vor allem mein ausgeprägtes Spielverständnis habe ich ihm zu verdanken“, erzählt er stolz. Die Verbundenheit des nun 19-Jährigen zum Eishockey wird nicht nur von seinem Vater, sondern auch von weiteren Familienmitgliedern gestärkt. „Meine Oma ist mein größter Fan. Sie ist bei jedem Heimspiel immer am lautesten zu hören. Wobei meine Mutter auch nicht zu vernachlässigen ist“, lacht er.

Seit der Laufschule trägt Justin das weiß-grüne Trikot des Nachwuchsbereichs. Daran hat sich bis heute in der U19-Mannschaft nichts geändert. Er ist mit Leib und Seele Eishockeyspieler und liebt seine Funktion als Center. Für ihn gibt es keine bessere Position auf dem Spielfeld. Als Center baut er nicht nur den nächsten Angriff auf und unterstützt die Abwehr, sondern hat auch die Herausforderung, das Bully zu gewinnen und seine Mitspieler richtig auf der Eisfläche zu positionieren. Er vergleicht seine Aufgabe gerne mit der eines Quarterbacks im American Football: „Er steuert das Spiel, muss blitzschnell die Strategie des Gegners lesen und seine Mannschaft richtig einstellen. Ein ausgeprägtes Spielverständnis ist sowohl im American Football als auch im Eishockeysport sehr wichtig.“ Zusätzlich übernimmt Justin als Kapitän seiner Mannschaft auch Verantwortung. Für ihn ist seine Aufgabe eine große Ehre, da ihn immerhin seine Teamkollegen gewählt haben. „Meine Mitspieler machen mir mein Amt um einiges leichter, da wir alle eine geschlossene Einheit sind, uns gegenseitig motivieren und anfeuern“, berichtet er aufrichtig.

Dies spiegelt sich auch in der Leistung der letzten Saison wider. Nicht nur seine Teamkollegen, sondern auch Justin selbst haben sich enorm weiterentwickelt. „Ich habe vor allem an meiner Spielintelligenz, meiner Stocktechnik und an meiner Fitness gearbeitet“, erzählt er rückblickend. Dennoch hat es am Ende nicht ganz gereicht und sein Team musste sich im Playoff-Endspiel in Bietigheim knapp geschlagen geben. „Wenn man ein Finale in der eigenen Heimspielstätte bestreitet, dann möchte man dieses natürlich auch gewinnen. Deshalb waren alle nach dem Schlusspfiff zunächst enttäuscht. Erst durch die Gratulation von unserem Trainer und dem Vorstand in der Kabine haben wir realisiert, was wir erreicht haben. Danach wurde dann noch gemeinsam gefeiert“, beschreibt er die Situation mit gemischten Gefühlen. Neben der Trophäe für den zweiten Platz konnte sich Justin über eine weitere Auszeichnung in der letzten Saison freuen. Bei der Porsche Nacht der Talente wurde er aufgrund seiner erstklassigen Leistung und herausragenden Weiterentwicklung mit dem Turbo2017 in der Kategorie „Beste sportliche Entwicklung“ geehrt. „Es war ein tolles Gefühl, meinen Namen zu hören und mein Bild zu sehen. Ich bin sehr stolz auf diesen Preis. Er hat bei mir zu Hause auch einen Ehrenplatz im Regal“, erzählt er lächelnd.

Für seine sportliche Zukunft arbeitet Justin bereits wieder sehr intensiv. Nach dem fordernden Sommertraining mit Lauf- und Krafttraining steht nun die finale Vorbereitung auf dem Eis an. Jetzt heißt es, Vollgas geben für einen guten Start in die neue Saison. Denn schließlich hat Justin ein großes Ziel vor Augen: In die Fußstapfen seines Vaters zu treten und erfolgreich im deutschen Profi-Eishockey Fuß zu fassen.

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