Der Fels in der Brandung

Im Alter von neun Jahren betrat Patrick zum ersten Mal die Eishalle. In der Schlittschuhlaufschule unternahm er seine ersten Versuche auf dem Eis und das ganz zur Überraschung seiner Eltern, denn normalerweise drehte sich in der Familie Golombek alles um Fußball. Er selbst beschreibt sich damit als Spätzünder, denn seine Teamkollegen starteten bereits mit drei Jahren: „Ich bin damals ziemlich oft auf die Schnauze gefallen. Es hört sich vielleicht komisch an, aber es hat mir Spaß gemacht.“ Von den anfänglichen Schwierigkeiten ließ sich Patrick nicht aufhalten, und sein Talent wurde schnell entdeckt. Die ersten vier Jahre spielte er beim Stuttgarter Eishockey Club, bevor das Nachwuchstalent 2011 in die U16 der Schwenninger ERC Wildwings Future wechselte. Der SC Bietigheim-Bissingen Young Steelers wurde schnell auf den begabten Torhüter aufmerksam. Patrick ergriff die Chance und wechselte zu den Grün-Weiß-Blauen. Als Torhüter ist er für sein Team unabdingbar und ein Fels in der Brandung. Ob es für ihn nicht auch reizvoll ist, auf dem Feld zu spielen, beantwortet er eindeutig: „Ich liebe meine Position als Torhüter und kann mir auch nicht vorstellen, auf einer anderen Position zu spielen. Für mich gibt es nichts besseres, als von anderen Spielern abgeschossen zu werden.“ Und was sagen seine Eltern zu solch einem risikoreichen Sport und seiner Einsatzbereitschaft? „Meine Eltern stehen voll und ganz hinter mir. Sie unterstützen mich und meine Leidenschaft für das Eishockey und feuern mich bei den Spielen an.“ Für den talentierten Nachwuchsspieler war schon früh klar, dass er Profi-Eishockeyspieler werden möchte. Seine Willensstärke und sein Ehrgeiz spornten ihn an, und heute kann er mit Stolz sagen: „Für mich gibt es nichts Tolleres als jeden Tag in der Eishalle zu sein!“

Patrick absolvierte eine Ausbildung zum Sport- und Gymnastiklehrer, ging nach dem Unterricht direkt in die Eishalle, wo die Jüngeren Training hatten. Still sitzen und Zuschauen kam für ihn nicht infrage! Selbstverständlich ergriff Patrick die Gelegenheit, nahm seinen Schläger in die Hand und fing an, dem Nachwuchs auf die Sprünge zu helfen. So kam eins zum andern. Heute unterstützt der 19-Jährige die jungen Spieler der Bietigheim-Bissingen Steelers wo er nur kann und stellt somit auch für die Trainer und den gesamten Verein eine wichtige Stütze dar. Für sein außergewöhnliches soziales Engagement wurde er bei der „Porsche Nacht der Talente“ mit dem „Turbo2016“ ausgezeichnet. Was ihm am meisten an der Zusammenarbeit mit den Kindern gefällt? Darauf erklärt Patrick ganz klar: „Ich arbeite in allen Bereichen gerne mit ihnen zusammen. In meinen Anfangsjahren wurde mir viel geholfen, und von allen Seiten kam mir Unterstützung zugute. Ich möchte gerne weitergeben, was mir damals ermöglicht wurde.“ Bei der Frage, ob seine Schützlinge ihn als Vorbild ansehen, reagiert Patrick bescheiden und schmunzelt: „Als Vorbild bezeichne ich mich selbst nicht, dafür gibt es bekanntere und bessere Spieler. Aber es bereitet mir schon Freude, wenn die Jüngeren mich erkennen, und vor allem ist es eine Ehre für mich, dafür mit dem „Turbo2016“ ausgezeichnet zu werden.“ Gibt es auch Zeiten, in denen ihm diese Verantwortung zu viel wird? „Während der Prüfungsphase meiner Ausbildung musste ich viel lernen. Das erforderte ein gewisses Maß an Disziplin und Zeitmanagement, um all meinen Aufgaben gerecht zu werden. Oftmals wurde es sehr spät, bis ich abends todmüde in mein Bett fiel. Der Verein unterstützte mich allerdings auch in dieser Zeit sehr und kam mir entgegen“, denkt Patrick an die Prüfungszeit zurück.

Bei so vielen Aufgaben und Verpflichtungen ist es sicher auch schwierig, Freundschaften zu pflegen. Wie kann man Freunde und Familie unter einen Hut bringen? „Ich war all die Jahre viel in der Eishalle und bin es heute noch. Die meisten Freunde habe ich in meiner Mannschaft, eine Freundin zu haben, ist sehr schwierig. Man braucht Menschen in seiner Umgebung, die einen verstehen und die Leidenschaft nachvollziehen können. Da muss man manchmal Prioritäten setzen.“ Und welche Prioritäten setzt der Torhüter in seiner freien Zeit? „Ich bin ziemlich faul. Wenn ich mal nicht auf dem Eis bin, bleibe ich gerne daheim, schaue Filme, gehe in die Stadt oder in den Park, um runterzukommen.“

Jetzt mal ganz ehrlich: Schule oder Eishockey? Was war Patrick wichtiger? „Schule geht eindeutig vor! Ich liebe Eishockey und möchte auch weiterhin erfolgreich spielen und Profi werden. Im Sport kann es so schnell zu Verletzungen kommen,“ weiß der Steelers-Torwart. „Dann ist es sehr wichtig, dass man abgesichert ist und eine Ausbildung absolviert hat.“ Auch seinen Schützlingen rät Patrick, die Schule nicht zu vernachlässigen. Sowohl im Eishockey als auch in der Schule muss man alles geben, immer positiv bleiben und sich von Rückschlägen nicht aufhalten lassen.

 

 

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