Charakter? Kahn Junior!

Der zehnjährige Mika Wilhelm steht in Trikot und Shorts im Tor und wartet auf den nächsten Schuss seines Teamkollegen. Der Ball kommt, fliegt in Richtung der unteren rechten Ecke. Mika hat den Ball genau im Blick, wirft sich nach rechts, streckt seine Arme aus – hält. Ein stolzes Lächeln huscht ihm über das Gesicht, doch sofort rappelt er sich wieder hoch und begibt sich in Position – bereit für den nächsten Ball. Für das Torhütertraining ist extra ein Spieler aus der U17 gekommen, um die jüngeren Torhüter, darunter Mika, zu coachen. Deshalb ist Mika hochkonzentriert und motiviert, denn er möchte den Trainer auf keinen Fall enttäuschen. Eines Tages so gut werden wie er, das ist Mikas Traum.

Heute, ein paar Jahre später, spielt Mika selbst in der U17 der SG Sonnenhof Großaspach. Parallel durfte er in der Hinrunde sogar als Jüngster in der U19 mitspielen. Regelmäßig geht er zu den Torhütertrainings der jetzigen U11, um sie beim Training zu unterstützen und ihnen seine Tipps weiterzugeben. Nächste Saison kommt das Training bei der U13 hinzu. Er möchte als Vorbild dienen, so wie es die älteren Spieler in seiner Jugendzeit für ihn getan haben. Aber es macht ihm auch Spaß, als Coach auf dem Platz der Jüngeren zu stehen. Für sein Engagement hat er erst vor Kurzem den „Turbo2016“ in der Kategorie „Außergewöhnliches soziales Engagement“ bekommen.

Ursprünglich ist Mika aber als Stürmer nach Großaspach gekommen. Bei einem Turnier hatte sein Team Not am Mann und so ist Mika als Torwart eingesprungen. Das klappte so gut, dass Mika die Position wechselte und seitdem nur noch als Torwart auf dem Platz stand. Und bereut er den Wechsel? Überhaupt nicht. Er meint sogar: „Ich wüsste nicht, ob ich als Stürmer jetzt immer noch hier und so erfolgreich spielen würde!“

Die Position des Torwarts gefällt Mika sehr. Die verantwortungsvolle Aufgabe passt zu ihm, da ist er sich sicher. Nicht nur er selbst, auch seine Mannschaftskameraden beschreiben ihn als sehr zuverlässig und vertrauenswürdig. Das hat er auch schon oft unter Beweis gestellt. Obwohl Mika schon jetzt regelmäßig bei der ersten Mannschaft mittrainieren darf und bei den Junioren sein Können als alter Hase weitergibt, will er noch viel dazulernen. „Ich möchte nicht an guten Momenten hängenbleiben, sondern immer weitermachen“, erklärt er seine Motivation.

Deshalb schaut er sich bei seinen Teamkameraden vieles ab und hofft zum Beispiel auch auf Tipps aus Interviews mit Bundesliga-Torhütern. Seine größten Vorbilder sind Manuel Neuer und Oliver Kahn. Mit wem der beiden er sich eher vergleichen kann? Mika lacht bei dieser Frage und ordnet sich nach einer kurzen Denkpause Oliver Kahn zu. „Wenn ich in einem wichtigen Spiel bin, dann sage ich meinen Mitspielern auch öfter mal klar und deutlich, wenn mir etwas nicht passt“, gibt er zu. Manuel Neuer sei da in seinen Augen eher der Ruhige.

Mit seinen verschiedenen Trainings hat Mika ordentlich zu tun. Nebenher macht er auch noch eine Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme. Wie kriegt man das denn alles zeitlich unter einen Hut? Mika ist in engem Kontakt mit den Trainern – und so ist die Abstimmung zwischen Schule und Training kein Problem.

Und wie sieht es mit Familie und Freunden aus? Die sind nicht nur stolz auf seinen Erfolg und sein Engagement, regelmäßig kommen sie auch zu Mikas Spielen. Und das beruht auf Gegenseitigkeit. Da viele in Mikas Freundeskreis ebenfalls kicken, besucht Mika auch oft deren Matches. Der Ausgleich zum vielen Fußball ist ihm wichtig. In seiner Freizeit spielt Mika gerne Basketball, in letzter Zeit geht er außerdem öfter mit seinem Onkel golfen. „Ich kann es noch nicht besonders gut. Sagen wir, ich lerne gerade noch“, lacht er.

Trotz gelegentlicher Ausflüge in andere Sportarten bleibt Mika seiner Leidenschaft, dem Fußball, aber treu. Sein absoluter Traum ist es, Profi zu werden und darauf arbeitet er hin. Seine Ausbildung beschreibt er als eine Art Ausgleich, einen Plan B. Seine Chancen, Profi zu werden, schätzt er nämlich selbstbewusst als ziemlich gut ein und ist überzeugt: „Wenn man immer 100 % gibt, dann kann man den Erfolg auch sehen!“

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