Der Pianist unter den Eishockeyspielern

Sportunterricht in der Schule bedeutet normalerweise Fußball, Handball, Volleyball, Basketball, Turnen oder eine Disziplin der Leichtathletik. Andere Sportarten sind eher selten. Aber nicht im Fall von Yuma Kaiser. An seinem Gymnasium kommt es vereinzelt vor, dass die Doppelstunde von der Turnhalle in die Eishalle verlegt wird. Für diese Besonderheit gibt es zwei Gründe: Einerseits sind alle Schüler verpflichtet, in jedem Schuljahr ein Referat im Fach ihrer Wahl zu absolvieren, anderseits zählt der 17-Jährige zu den Nachwuchstalenten der U19-Mannschaft der Bietigheim Steelers. So ist es kein Wunder, dass Yuma seine große Leidenschaft nutzt, um sie seinen Mitschülern näherzubringen. „Die Präsentation auf dem Eis hat für mich Tradition. Bereits mein Bruder und andere Eishockeyspieler unseres Vereins haben eine Sportstunde in der Eishalle abgehalten“, beschreibt er seine Motivation für den außergewöhnlichen Unterricht. Die Vorbereitung und Organisation der Doppelstunde haben ihm einiges abverlangt. Zuerst erfolgte eine theoretische Einführung, bevor seine Klassenkameraden mit Schlittschuhen, Schläger und Puck auf das Eis durften. Der Spaß kam aber nie zu kurz. Somit konnte sich Yuma am Ende auch über eine sehr gute Note als Resultat für seinen Einsatz freuen.

Neben seinem Haupt- und Lieblingsfach Sport interessiert er sich vor allem für Physik und Chemie. Deutsch und Geschichte hingegen sind nicht so sein Fall, da er kein Freund von auswendig lernen ist. Um den Lernstoff einfacher im Kopf zu behalten und besser verstehen zu können, hat das Nachwuchstalent seine eigene Lernstrategie: „Mir hilft es sehr, wenn ich Zusammenhänge zwischen den einzelnen Themen herstellen kann.“ Zudem bleibt er gerne länger in der Schule zum Lernen, da er sich zu Hause schlechter konzentrieren kann. Mit Blick auf das Abitur im nächsten Jahr ist ihm bewusst: „Ich muss meine Zeit gut einteilen und effizient nutzen, um ein Gleichgewicht zwischen Schule, Eishockey und Freizeit hinzubekommen. Ein Geheimrezept dafür gibt es nicht.“ Seine mündliche Abiturprüfung hat Yuma bereits vorab in Form eines Seminarfachs absolviert. Dazu entschied er sich, die Vorteile des Klavierspielens – seine zweite große Leidenschaft – unter dem Dachthema „Fit, gesund und gut drauf“ hervorzuheben. „Ich spiele seit vielen Jahren Klavier. Neben dem musikalischen Talent fördert es auch die geistige Fitness“, erklärt er.

In seiner Rolle als Verteidiger auf dem Eis muss Yuma im Kopf und körperlich topfit sein. Seit der dritten Klasse kann er sich ein Leben ohne Eishockey nicht mehr vorstellen. „Mein Bruder und seine Freunde haben damals mit Eishockey angefangen. Ich wollte es auch ausprobieren und bin dann zur Laufschule gegangen. Seitdem spiele ich bei den Bietigheim Steelers“, berichtet er über den Start seiner Laufbahn. Besonders stolz ist er auf den Teamgeist seiner Mannschaft. „Viele meiner Teamkollegen kenne ich bereits von Anfang an. Zwar kommt es auch zu Konkurrenzkämpfen auf dem Eis – aber viele von ihnen zählen zu meinen engsten Freunden. Wir verbringen unsere Freizeit zusammen und spielen Basketball oder Billard“, sagt er. Neben dem Zusammenhalt seines Teams zieht er seine stärkste Motivation aus dem Anreiz, etwas Großes zu erreichen und Pokale zu gewinnen. Deshalb ist Yuma besonders stolz auf den Turbo2017, der ihm bei der Porsche Nacht der Talente im Mai in der Kategorie „Beste schulische Leistung“ verliehen wurde. Durch seine Zuverlässigkeit, Stabilität und seinen Ehrgeiz meistert er den Schulalltag parallel zu seinen sportlichen Herausforderungen vorbildlich. „Ich habe meine Auszeichnung als allererster erhalten und wusste somit zunächst nicht, was ich machen muss. Zudem war ich total überrascht und überwältigt“, beschreibt er diesen Moment.

Der Verteidiger kennt aber auch die Schattenseiten des Sports. Im ersten Punktspiel der letzten Saison hat er sich unglücklich an der Schulter verletzt und musste sechs Monate pausieren. „Es war meine allererste Verletzung. Diese Erfahrung möchte ich nicht noch einmal machen. So etwas wünscht man niemandem“, berichtet er. Umso glücklicher war Yuma, dass er gegen Ende wieder ins Training einsteigen konnte und noch ein paar Spiele bestreiten durfte. Für die neue Saison hat er sich fest vorgenommen, sein Bestes zu geben und vor allem verletzungsfrei zu bleiben.

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